Herzmuskelzellen werden aus menschlichen pluripotenten Stammzellen gewonnen und mit Bindegewebszellen in Kollagen vermischt. Unter definierten Kulturbedingungen in 3D-gedruckten Kulturformen lassen sich so Herzmuskelgewebe mit unterschiedlicher Form und Funktion erzeugen. Die Funktion der entwickelten Herzgewebe lässt sich mit bloßem Auge ohne Zuhilfenahme von Mikroskopen nachverfolgen.
Herz- und Muskelerkrankungen haben oft genetische Ursachen. Sie beeinflussen die Zellkraft oder stören Nervenimpulse, die Muskeln steuern. Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der UMG werden Herz-, Muskel- und Nervenzellen im Labor gezüchtet und in Modellen erforscht. In der Nacht des Wissens wird gezeigt, wie diese Modelle helfen, Krankheiten besser zu verstehen.
Bei jedem Herzschlag breitet sich ein elektrischer Reiz von Muskelzelle zu Muskelzelle über das gesamte Herz aus. Dieser Impuls wird im EKG messbar und ist Grundlage dafür, dass das Herz regelmäßig und kontinuierlich schlagen kann. Erfahren Sie, wie Störungen der „Elektronik“ einzelner Herzmuskelzellen zu Herzrhythmusstörungen führen können und wie wir neue Konzepte für deren Behandlung entwickeln.
In Deutschland leiden rund 2 Millionen Menschen an Herzmuskelschwäche. An der UMG wird ein innovativer Therapieansatz entwickelt, um neues Herzmuskelgewebe aufzubauen, den Defekt auszugleichen und die Pumpkraft wiederherzustellen: das Herzpflaster. Nach jahrelanger Forschung werden die ersten Patient*innen behandelt. Wie das Herzpflaster funktioniert und helfen soll, erklärt Prof. Dr. Zimmermann.