Die zentrale Aufgabe des Erzählers besteht darin, aus einem virtuellen Geschehen bestimmte Momente auszuwählen, sie in eine ihm sinnvoll erscheinende Reihenfolge zu bringen und die auf diese Weise entstandene Geschichte zu erzählen. Was auf den ersten Blick selbstverständlich erscheint, ist in der Praxis oft mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Manchmal vergisst der Erzähler etwas, manchmal lässt er entscheidende Informationen bewusst aus – und gelegentlich flunkert er sogar. Der Vortrag nimmt das Verhalten des Erzählers in den Blick und analysiert es an zwei Texten aus der internationalen Gegenwartsliteratur.